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2026-02-24T12:30:00
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E-Trucks und Truck Charging: Entwicklung, Status quo und Perspektiven
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Die Elektromobilität im Schwerlastverkehr nimmt in Europa zunehmend an Fahrt auf. Elektrische Lkw (E-Trucks) sind längst keine Zukunftsvision mehr – sie werden bereits in Flotten eingesetzt, während die Ladeinfrastruktur parallel dazu weiter ausgebaut wird. Ein Blick auf die Entwicklung zeigt, wie alles begann, wo wir heute stehen und wohin die Reise führt.
Die Anfänge: Erste E-Trucks und ihre Ladeinfrastruktur
Die ersten Schritte auf dem Markt machten E-Trucks ab 2018. Mercedes-Benz startete damals Testreihen mit dem eActros in Kundenflotten, unter anderem bei Hermes in Deutschland. Die Serienproduktion folgte im Jahr 2021. Auch Volvo zählte zu den Vorreitern: Der Volvo FL Electric und der Volvo FE Electric kamen 2019 zunächst in ausgewählten Märkten – darunter Schweden, Norwegen, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden – auf die Straßen. Erste Einsätze fanden vor allem im Verteilerverkehr und bei kommunalen Aufgaben statt, etwa als Müllfahrzeuge in Göteborg.
Die Infrastruktur für Lkw-Ladestationen stand jedoch noch am Anfang: Berichten des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) zufolge waren 2019 in der EU rund 144.000 Ladepunkte verfügbar, überwiegend AC-Ladestationen mit unter 22 kW. Schwere Nutzfahrzeuge benötigten zu lange, um damit aufzuladen – somit waren diese Ladestationen nicht alltagstauglich. Zwar stieg die Zahl der Ladepunkte bis 2020 auf knapp 200.000 an, allerdings unterstützten auch davon nur etwa 28.500 schnelleres Laden mit Leistungen über 22 kW. Hochleistungs-Ladepunkte mit 150 bis 300 kW für Lkw waren eine Seltenheit. Dementsprechend wurden die meisten E-Trucks ausschließlich am eigenen Depot geladen und nur für kurze Strecken eingesetzt. Der Einsatz von E-Trucks auf Langstrecken war undenkbar.
Status Quo: Wo stehen E-Trucks und Ladeinfrastruktur heute?
Heute ist die elektrische Lkw-Flotte in Europa bereits deutlich gewachsen. Laut ACEA sind derzeit insgesamt etwa 14.000 E-Trucks auf den Straßen im Einsatz (bezogen auf Fahrzeuge ≥ 16 Tonnen). Dies ist unter anderem auf die technologischen Fortschritte zurückzuführen: Immer mehr verschiedene E-Truck Modelle kommen auf den Markt und gewinnen zunehmend an Reichweite. Dies macht den Einsatz dieser Fahrzeuge nicht nur flexibler, sondern auch alltagstauglicher. Vertreter des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) und der NOW GmbH geben an, dass bis 2030 mit Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern zu rechnen ist. Somit gelten sie als wichtiger Baustein im emissionsärmeren Güterverkehr.
Die Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge hat sich parallel entwickelt: Laut McKinsey gibt es aktuell rund 10.000 öffentliche und private HDV-taugliche (heavy-duty vehicle) Ladepunkte. Führende Länder in Europa sind Schweden (351 Ladepunkte), Deutschland (178), die Niederlande (165), Frankreich (98) und Norwegen (50). Erste High-Power-Ladehubs, die vom Anbieter Milence betrieben werden, sind bereits in Belgien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland in Betrieb. Diese Ladehubs ermöglichen es, bis zu 80% der Batteriekapazität in kürzester Zeit aufzuladen. Somit können E-Trucks innerhalb der gesetzlichen Pausenzeiten die notwendige Energie für die Weiterfahrt nachladen.
Ein weiterer technologischer Meilenstein wird ebenfalls bereits angegangen: das Megawatt Charging System (MCS). Erste MCS-Ladestationen wurden bereits in Betrieb genommen und ermöglichen Ladezeiten von etwa 30-45 Minuten für schwere Nutzfahrzeuge. Im Vergleich dazu dauert das Laden an den heute üblichen CCS-Ladesäulen bis zu zwei Stunden – damit stellt das MCS einen bedeutenden Fortschritt in Sachen Betriebseffizienz dar.
Blick nach vorne: Prognosen bis 2030
Die Nachfrage nach E-Trucks wird in den kommenden Jahren weiter steigen: Milence erwartet bis 2030 rund 183.000 schwere E-Trucks allein in den 14 untersuchten Ländern aus deren White Paper. Die Einsatzbereiche verteilen sich laut McKinsey wie folgt: etwa 50 % für Tagesrouten (städtische Zustellung und kommunale Aufgaben), 40 % für tägliche Hub-to-Hub-Transporte (250 – 800 km/Tag) und 5 % für mehrtägigen Langstreckenverkehr, der besonders stark auf eine gute Versorgung entlang der Routen angewiesen sein wird.
Damit E-Trucks ihr volles Potenzial entfalten können, muss die Entwicklung der Ladeinfrastruktur also Schritt halten: McKinsey prognostiziert bis 2030 etwa 12.000 öffentliche Schnellladepunkte sowie 4.000 öffentliche Übernachtladepunkte. Insgesamt wären mehr als 300.000 Ladepunkte – öffentlich und am Depot – notwendig, um die erwartete E-Truck Flotte zu versorgen. Daimler Truck rechnet mit einem Bedarf von 35.000 Schnellladepunkten und der ACEA geht sogar von bis zu 50.000 öffentlichen Ladepunkten aus, um die N3-Flotte in der EU zu laden. Die Diskrepanz zwischen den Schätzungen verdeutlicht die Unsicherheit, aber auch die enorme Dimension der Aufgabe. Selbst die niedrigste Annahme erfordert einen sehr schnellen und koordinierten Ausbau – ohne diesen wird die Erreichung der Klimaziele und die Wirtschaftlichkeit von E-Trucks kaum möglich sein.
Der neue Ladestecker soll bei der zuverlässigen Versorgung der E-Trucks Abhilfe schaffen. Laut einer Studie von Fraunhofer ISI und Amazon könnten bereits 1.000 MCS-fähige Ladehubs ausreichen, um 91 % des erwarteten Langstreckenverkehrs abzudecken. Dabei ist jedoch zu erwähnen, dass MCS-fähige Ladesäulen auch MCS-fähige Fahrzeuge erfordern. Diese technologische Möglichkeit wird nach heutigem Stand nur wenigen Trucks eingeräumt. Somit ist davon auszugehen, dass der Ausbau von Schnellladestationen mit dem gängigen CCS-Stecker weiterhin unabdingbar ist, um die Elektrifizierung im Schwerlastverkehr langfristig und nachhaltig zu fördern.
Auch politisch wird der Ausbau forciert: So lautete eine Vorgabe der EU AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation), dass entlang des TEN-T-Kernnetzes (Trans-European Transport Network) bis Ende 2025 alle 60 km mindestens eine 350 kW-DC-Ladestation installiert werden müsste. Damit sollen die ambitionierten EU-Ziele zur CO₂-Reduktion im Schwerlastverkehr erreicht werden: im Vergleich zu 2019 sollen die Emissionen bis 2030 um 45 %, bis 2035 um 65 % und bis 2040 um 90 % sinken.
Fazit: Die Zukunft rollt elektrisch
Von den ersten Pilotprojekten 2018 bis heute hat sich die Elektromobilität im Schwerlastverkehr rasant entwickelt. E-Trucks sind marktreif, Ladeleistungen steigen und die Infrastruktur wächst europaweit. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die ambitionierten CO₂-Ziele der EU auch Realität werden. Sicher ist jedoch: Wer frühzeitig auf Elektromobilität und intelligente Ladelösungen setzt, verschafft sich nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile auf dem wachsenden Markt für nachhaltigeren Güterverkehr.
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